Reise-Bericht 2002-03

Mit dem Wohnmobil von Las Vegas in Nevada bis Orlando in Florida.

Diese Reise haben wir, wie alle Wohnmobil-Touren, beim Internetanbieter “CANUSA” gebucht. Wir buchen immer Spezials weit im Voraus (spart ungemein Kosten). Mit diesem Anbieter hatten wir noch keine Probleme und das Alles bequem von zu Hause aus (Internet und Fax vorausgesetzt). Diesmal war unser Wohnmobil von “El Monte” und 24 Foot (ca. 7,3m) lang. Ideal für 3 Personen. Mehr dazu auf der CANUSA Webseite. Die Kosten für diese Reise ( 3 Personen und 4 Wochen ) inkl. Hin- und Rückflug, 1x Hotelübernachtung in Las Vegas (Excalibur) und Einwegmiete inkl. 2500 Freimeilen für 24 Miettage betrugen 2925,-€.

Vor Ort kommen noch mal mindestens 1500,-€ für Lebensmittel, Sprit, Campgroundgebühren und Sonstiges dazu. Reisekosten gesamt: ~ 4425,-€.

USA, Der ganze Westen Als Reiseführer benutzten wir vom Reise Know-how Verlag “USA, Der ganze Westen”, der speziell für Reisen in den USA auf eigene Faust ausgelegt ist. Nur zu empfehlen.

16.12.2002 Wir starteten unsere Reise um 9:45 Uhr vom Frankfurter Flughafen mit Delta Airlines. Zwischenlandung in Atlanta. Weiterflug 2 Std. später nach Las Vegas, Ankunft 17:00 Uhr Ortszeit in Las Vegas. Flugdauer 15 Stunden insgesamt. Um 18:00 Uhr Ankunft mit dem Taxi im Hotel Excalibur. Blick vom Zimmer auf die Pyramide des Hotels Luxor und das Mandalay Hotel. Toll ! Wir sind alle sehr müde. Und ab zum Zocken!!! Bei Mc. Doof etwas gegessen ! Gegen 22:00 Uhr ins Bett und sofort eingeschlafen.

17.12.2002 Um 6:00 Uhr schon wieder auf den Beinen. Bestes Wetter in Las Vegas. Frühstück mit Doughnuts und viel Kaffee (wie immer, dünn). Um 8:00 Uhr bei El Monte angerufen wegen Abholung und Transfer zum Wohnmobil - Vermieter. (Transferkosten sind auch im Reisepreis enthalten). Bis 10:00 Uhr haben wir noch Zeit und verschaffen uns einen kurzen Überblick von Las Vegas (bunt, grell, gigantisch). Muss man gesehen haben. 2 bis 3 Tage kann man schon bleiben. Wir haben dafür jetzt keine Zeit, wir müssen in 24 Tagen in Orlando/Florida sein. Außerdem sind wir mehr für Natur und Ruhe. Aber wir kommen bestimmt noch einmal nach Las Vegas, mit etwas mehr Zeit. Wir werden pünktlich abgeholt. 30 Minuten Fahrt. Der Vermieter ist am anderen Ende der Stadt. Das Wohnmobil ist o.K.. Man muss besonders auf Schäden achten und falls notwendig, diese im Übernahmeprotokoll eintragen lassen. Nicht das man bei der Rückgabe für Schäden des Vormieters zahlen muss. So, jetzt werden die Koffer ausgepackt und alles verstaut. Tipp: Keine Hartschalenkoffer mitnehmen. Der Stauraum ist begrenzt. Die Dinger lassen sich nicht drücken und nehmen viel Platz weg. So jetzt geht es los ! Die ersten Meilen aufgepasst ! Automatikgetriebe ! Wir fahren zum nächsten Supermarkt “Vons”, wo wir 3 Einkaufswagen voll mit Lebensmitteln einkaufen. Soll ja für ein paar Tage reichen. Um 14:00 Uhr Abfahrt über die Blue Diamand Road 160 Richtung Death Valley. Die Fahrt ist wirklich sehr interessant ! Der größte Teil des “Death Valley Nationalparks” liegt in Kalifornien und jetzt geht es hinein ins “Tal des Todes”. Als wir auf den Campground im Death Valley Nationalpark einbiegen ist es fast schon dunkel. Aber es ist schön warm. Der Platz kostet 12 $. Kaufen für 50 $ den US-Nationalpark-Pass. Erst mal anständig zu Abend gegessen. Wir sind hundemüde. Der Vollmond taucht die Wüste in ein unwirkliches Licht. Nachts um 2:00 Uhr sind wir alle hellwach. Coyoten streichen um das Wohnmobil und heulen. Danach schlafen wir bis zum Morgen tief und fest.

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18.12.2002 Kurz vor 7:00 Uhr sind wir wach und frieren erbärmlich. Das Thermostat für die Heizung war falsch eingestellt, die Heizung schaltete sich nicht ein. Hatten aber alles schnell im Griff und konnten im Warmen frühstücken. Um 9:00 Uhr Abfahrt, wollen das Death-Valley erkunden. Noch schnell ein paar Ansichtskarten im Visitorcenter gekauft. Ab geht es. Es ist sonnig und schon wieder schön warm. Als Erstes kommen wir nach Badwater (Salzsee mit Salzwüste). Es riecht auch leicht nach Schwefel. Wir sind hier unterhalb des Meeresspiegels ( 86m unter NN ). Danach kommen wir zum Eingang des Golden Canyon und beschließen ihn zu Fuß zu erkunden. Die Farben der Felswände sind fantastisch, alles schimmert gelb bis golden… Nach dieser ca. 5 km langen Wanderung kommen wir hungrig am Wohnmobil an. Wir machen ein paar mexikanische Würstchen heiß. Sauscharf !!! Brennen beim Eingang und später, noch schlimmer, auch beim Ausgang. Weiterfahrt am Nachmittag nach Stovepipe-Wells. Die Fahrt ist sehr schön und es ist warm. Im Sommer soll es hier über 50° C heiß sein. Rundum ist es trocken und öde, nur kleine trockene Sträucher ab und zu. Ein Gebiet trägt zum Beispiel den Namen “Devils Cornfield”. Die Landschaft ist flach, immer wieder von trockenen Salzseen unterbrochen und rundum von Bergen begrenzt, die meist eine rote und gelbe Farbe aufweisen. Dazwischen schwarze Lavakegel. Im Stovepipe Wells Campground haben wir für 10 $ eine Stellplatz. Um 16:15 Uhr geht die Sonne unter und es wird recht kühl. Der Campground ist nur ein großer Schotterplatz bietet aber eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge. Kurzer Abendspaziergang durch die nicht weit entfernten Sanddünen. Einen Coyoten gesehen. Andere nur gehört. Noch was essen und Feierabend.

19.12.2002 Die Nacht war sehr kalt. Die Heizung hatte Einiges zu tun. Kurz vor 7:00 Uhr losgefahren ohne Frühstück, wollen unterwegs an einer schönen Stelle frühstücken. Das ist einer der Vorteile vom Wohnmobil. Wir hielten dann unser Frühstück vor einigen großen Dünen ab. Herrlich, nur Kamele fehlten noch. Die Fahrt führte uns wieder zurück nach Las Vegas, über Beaty und Amergosa Valley. Ab jetzt geht es immer Richtung Osten. Sind gut durch Las Vegas gekommen. Habe ich mir nicht so groß vorgestellt. Hinter Las Vegas noch mal eingekauft. Es fehlt immer etwas. Frisches Schwammbrot zum Beispiel. Ha,Ha…. Wir haben nun über 4000 km vor uns, direkter Weg nach Orlando über Highways (Interstates). Mit Abstechern werden es wohl einige Kilometer mehr werden. Das Wetter ist wieder prächtig, voll die Sonne, aber doch recht kühl. Von Hwy. auf die 515 und bei Kingman auf die 40 nach Seligman. Bei Boulder City über den Hoover Dam. Vorher scharfe Sicherheitskontrolle von uns und unserem Wohnmobil, 3 Polizisten nehmen alle Schränke und Fächer außen und innen unter die Lupe. Sprengstoff-Schnüffelgerät ist auch im Einsatz. Die Amis haben Angst ! Waren aber alle sehr freundlich. Am Hoover Dam kurze Rast eingelegt. Das Ding haben wir uns gigantischer vorgestellt. Die Landschaft rundum ist trostlos, wie auf dem Mond. Ab jetzt geht es aufwärts, wir kommen immer höher. Sebastian hat nun das Steuer übernommen, ca. 40 Meilen vor Kingman. Hinter Kingman wird die Landschaft etwas grüner. Es wachsen hier Pinien und Wachholder. Fahren bei Seligman auf einen “KOA” (Private Campground-Kette in den USA und Kanada, immer am Hwy. oder am Bahndamm.) ( Nur zur Info: Die 2. große Campgroundkette nennt sich “Woodall’s - Campgrounds” ). Unser Campground hier liegt am Bahndamm. Die Lokführer hupen nachts auf Höhe des Platzes grundsätzlich. Macht Ihnen scheinbar Spaß. Nur selbst haut es einem immer fast aus dem Bett. Der Lärm der Diesel-Loks ( bis zu 3 Stück gekoppelt + bis zu 120 Waggons ) ist auch nicht schlecht. Aber man gewöhnt sich daran. Diese Nacht ist Frost. Da wir Stromanschluss haben, können wir gut heizen.

20.12.2002 Heute wollten wir zum Grand Canyon fahren. Aber die Platzbetreiber raten uns davon ab. Es ist starker Schneefall angekündigt. Also disponieren wir, wie schon so oft, um und fahren Richtung Süden. Ab Ashfork fahren wir nach Prescot und dann auf der Interstate 10 durch Phoenix. Eine riesige Stadt, aber wir kommen gut hindurch. Weiter nach Tucson, dahinter auf die 279 nach Vail. Von dort zu den Colossal-Caves und dort auf einen wunderschönen, einsamen Campground. 3$ die Nacht, ohne Wasser und Strom. Aber wir haben ja alles an Bord: 160 Liter Frischwasser, 60 Liter Propangas, eine volle Zweitbatterie, 3-Flammherd mit Backofen, Mikrowellenherd, Toilette, Dusche, Warmwasserboiler, eine gute Warmluftheizung, eine Klimaanlage auf dem Dach, einen 110V~ Benzin-Generator und einen vollen Kühl-, Gefrier-, und Vorratschrank. Wir stehen inmitten hoher Saguaro- Kakteen und Opuntien. Wir sind hier die Einzigen. Welche Ruhe. Am Abend heult der Wind um unser Wohnmobil. Wie in den alten Westernfilmen. Der Boden ist aus rotem Sandstein und Sand. Es ist sehr trocken. Regen fällt hier nicht oft.

21.12.2002 Um 7:00 Uhr schon auf den Beinen. Frühstück in aller Ruhe. Haben Zeit bis 9:00 Uhr. Das Tor wird erst dann geöffnet. Es wird wieder einen tollen, sonnigen Tag geben. Wir fahren nur ungern weiter, aber hier darf man nur eine Nacht stehen bleiben. Sind noch kurz zu den Colossal-Caves gefahren. Man hat von dort auch eine herrliche Aussicht über die Wüste. Fahren von den Colossal-Caves zurück zur Interstate 10 und dort in Richtung Las Cruses. Unterwegs mal wieder eingekauft. In Las Cruses getankt und weiter auf Hwy. 70 in Richtung White Sands. Die Nacht verbringen wir auf dem Koa in Alamogordo. Vorher essen wir noch Steaks und Salat. Die Fahrt hierher war eintönig, nur flache Wüste, außerdem war starker Verkehr auf der Interstate. Sebastian übernahm für einige Zeit das Steuer. Die Stimmung ist gut und wir sind alle recht lustig. So macht es richtig Spaß. Über Weihnachten wollen wir in den Big Bend Nationalpark in Texas.

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22.12.2002 Nach dem Frühstück fahren wir von Alamogordo in Richtung Artesia. Wir kommen immer höher ins Gebirge, es liegt Schnee und die Straßen sind vereist. Nun wird es uns doch mulmig mit unserem 7,5m-Geschoß. Wir sind ja keine LKW-Berufsfahrer. Die Kiste rutscht ganz schön. So ändern wir mal wieder unsere Route. Ade, Carlsbad Caverns; Ade, Guadelupe Mtn´s. Wir biegen ab, Richtung Süden. Wir kommen nach Pecos und dann nach Fort Stockton. Die Fahrt ist eintönig, wegen kerzengerader Straßen. Wenigstens kommt man hier nicht so schnell ins Rutschen. Rundum flache Ebene mit ein paar Sträuchern und Ölförderanlagen. Hinter Fort Stockton wieder auf die I-10 und dann nach 3 Meilen zum Koa-Campground. Der Platz ist gut, tolle Duschen und wie gesagt, diesmal die Interstate. Im Shop eine Rolle starkes, alubeschichtetes Gewebeklebeband gekauft. Soll sich später noch auszahlen. Angeblich soll man damit auch Autokühlschläuche usw. reparieren können… Tanken auch etwas Propangas nach, für ca. 0,5 $ den Liter. Da wir Strom haben, spielt Sebastian am Laptop. Edda und ich sitzen draußen und lesen.

23.12.2002 Nach dem Frühstück als Erstes zum Einkaufen nach Fort Stockton. Dann auf die 385 nach Marathon und weiter zum Big Bend National Park. Beim Rio Grande Village kommen wir um 13:00 Uhr an und können uns einen Platz auf dem riesigen Areal aussuchen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wir entschließen uns dann für Platz Nr. 57 und Zahlen 8 $ pro Nacht. Kein Strom, kein Wasser. Wie gut, wenn man vorplant und alles voll hat. Aber es gibt Toiletten mit Wasserspülung. Wir können aber unseren Generator laufen lassen. Wenn der doch nicht so einen Lärm machen würde. Auf dem Platz laufen Javelinas ( Pekaris) und Roadrunner (Erdkuckuck) herum. In den Bäumen sind auffällig rote Vögel, wahrscheinlich Kardinale, unterwegs. Spechte gibt es auch noch. Ein kurzes Gewitter bringt ein paar Tropfen Regen. Es ist schwül. Der Campground ist trotz bevorstehendem Feiertag nicht sehr voll. Jetzt gehen wir zum Rio Grande spazieren. Wir kommen auf dem Naturpfad erst durch Schilf und dann auf eine Anhöhe. Tolle Aussicht auf den Rio Grande und nach Mexiko. Dann zurück und gut gegessen, gelesen und gefaulenzt.

24.12.2002 Heiligabend am Rio Grande mit der Familie, das hat was. Wir bleiben noch einen Tag, schließlich ist Weihnachten. Im Visitor Center die Neugierde der Parkrancher befriedigt. Wollten alles über uns und unsere Heimat wissen. Denen ist halt langweilig. Im Umkreis von gut 100 Meilen ist nichts. Kein Dorf. Nichts. Nur Natur ! Rufen zu Hause an. Weihnachtsgrüße und so. Kaufen noch eine starke Taschenlampe. Lebensmittel und Medikamente kann man hier auch bekommen. Schönstes Wetter. Mittags gibt es texanische Riesensteaks. Zum Nachmittag Apfelkuchen und Kaffee. Dazwischen einige Spaziergänge in die Umgebung. Ausspannen !

25.12.2002 Wie Vortag. Ach ja, die Feuerwehr kam. Ein Klohäuschen brannte. Schwelbrand. Wahrscheinlich hat jemand ein paar mexikanische Würstchen entsorgt. Wie schon erwähnt, superheiß im Abgang. Mit was würzen die Mexikaner eigentlich ?

26.12.2002 Fahren kurz vor Sonnenaufgang los und frühstücken an den Fossil Beds. Bei schönstem Wetter fahren wir wieder aus dem Big Bend. Kaum aus dem Park werden wir von der USA-Border-Control angehalten. Wir und unser Fahrzeug werden auf illegale Mexikaner untersucht. Bei der Visa Kontrolle findet Edda ihr Visa nicht. Typisch ! Nach langem Suchen dann in den Tiefen der Handtasche doch noch gefunden. Der Grenzer war schon genauso nervös wie Edda. Wir und Mexikaner, zum Totlachen. Na ja, die Amis. Derweil sah der Grenzer eher nach Mexikaner aus. Tipp: Befestigt das Visa fest im Pass. Nach dem Schrecken fahren wir weiter nach Del Rio und füllen unsere Lebensmittel wieder auf. Auf der 277 über Eagel Pass bis Carizzo Springs. Dann in einer endlos langen und langweiligen Fahrt bis zum Lake Corpus Christi. Irgendwo auf dieser Strecke endlang der mexikanischen Grenze wurden wir noch mal von der Border Control angehalten. Die gleiche Prozedur wie am Morgen, nur diesmal waren die Visa alle da. Auf dem KOA in Corpus Christi kommen wir im Dunkeln an. 20:00 Uhr. Diesmal wieder die Bahntrasse nebenan. Dieser KOA hat schon bessere Tage gesehen. Beim Duschen fliegt der Duschkopf aus der Wand und ich habe das Gefühl einem C-Schlauch der Feuerwehr gegenüber zu stehen. Noch schlimmer, ich konnte das Wasser nicht mehr abstellen und auch niemandem bescheid sagen. So bin ich einfach gegangen. An diesem Tag sind wir 800 km gefahren. Oh happy Day !

27.12.2002 Um 9:30 Uhr vom Campground abgefahren. Wollen heute nicht so weit fahren. Bei Rockport zum ersten Mal am Golf von Mexiko. Fahren weiter auf der 35 bis Freeport. Können den Bryan Beach State Park nicht finden und kehren wieder um. Scheiß Beschilderung. Es ist warm, die Sonne scheint. Machen uns also auf den Weg Richtung Houston. Kommen natürlich genau im Berufsverkehr in Houston an. Toll ! Bekommen beim KOA East-Houston einen Platz. Sauber und ordentlich. Natürlich direkt an der Interstate. Man hat das Gefühl auf dem Mittelstreifen zu parken. Sehr laut ! Gute Nacht.

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28.12.2002 Wir fahren gegen 9:00 Uhr vom KOA in Houston los. Es ist wieder sonnig und wolkenlos. Auf der I-10 fahren wir bis Winnie und dann auf den Hwy. 73 bis Port Arthur. Die 87 führt uns zum “Sea Rim State Park”. Der Campground liegt direkt am Strand. Wir haben für 2 Nächte gebucht, 34 $ zusammen bezahlt. Wir stehen nur ein paar Meter vom Golf von Mexiko entfernt. Sehr schön ! Nach der letzten langen Fahrstrecke Erholung pur. Kilometerlanger Strand ganz für uns. Bin bei einem Spaziergang im Treibsand stecken geblieben. Beide Beine sofort bis zum Knie im Schlick. Edda lachte fürchterlich. Ich hätte Sie erwürgen können, aber ich steckte ja fest. Gemeinsam mit viel Mühe konnte ich mich aus dem Schlick befreien. Doch beide Schuhe waren weg und wir mussten sie mit den Händen ausgraben. Sonnenuntergang am Strand. Herrlich warm. Abends Steaks mit Salat. Am Laptop gespielt, gelesen und gefaulenzt.

29.12.2002 Wie Vortag. Noch wärmer geworden und schwül. Riesen-Moskitos greifen uns an. Hinter unserem Wohnmobil ist Schilf. Da kommen die Biester her. Alligatoren soll es laut Rancher dort auch geben und Giftschlangen. Zum Kaffee backen wir Brötchen auf. Alles Bestens !

30.12.2002 Gegen 9:00 Uhr fahren wir Vom “Sea Rim” los. Wir wollen nach New Orleans. Über Orange auf die I-10 Richtung Jennings. Dort getankt und bei Wal-Mart eingekauft. Die Interstate 10 in Louisiana ist miserabel. Betonpiste mit Schlaglöchern. Es ist bewölkt, sehr warm und schwül. In Lafayette fahren wir auf den KOA. Sehr sauber und gepflegt. Unser Stellplatz liegt geschützt und so bekommen wir nicht viel Lärm von der Interstate ab. Edda geht 2 Maschinen Wäsche waschen und trocknen, für zusammen 3,50 $. Hier haben die Plätze auch Internet- und TV-Anschluß. Es fängt leicht zu regnen an. In der Nacht gibt es ein starkes Gewitter mit Sturm. Dauer 3 Stunden.

31.12.2002 Silvester. Nach der doch recht unruhigen Nacht, werden wir morgens von einem Campnachbarn unsanft geweckt. Er lies seinen Dieseltruck warmlaufen. So ein Idiot ! Nachdem sich dieser Penner endlich verzogen hat, können wir in Ruhe frühstücken. Wir starten also Richtung New Orleans. Tagsüber regnet es öfters und es ist recht windig. In New Orleans scheint schon wieder die Sonne. Doch jetzt kommt der Hammer. Der KOA ist erstens nicht so toll und zweitens muss man hier für mindestens 3 Tage einchecken. So lange wollen und können wir gar nicht bleiben. Laut Info ist es bei anderen Campgrounds das gleiche Spiel. Wir quälen uns also mit dem Wohnmobil mitten durch New Orleans. Schöne Stadt ! Wäre eine Städtereise wert. So kehren wir also New Orleans und Louisiana den Rücken. Auf der I-10 geht es weiter nach Mississippi. Die Interstate wird noch holpriger. Beim Visitor-Info direkt an der Landesgrenze ( Gebäude im Plantagenhausstil, sehr schön und gepflegt) erhalten wir Karten, Info und eine Wegbeschreibung zum “Buccanear State Park”. Gratis Cola und Kaffee, sehr freundlich im Südstaaten Flair. Visitor-Center gibt es bei jedem Eintritt in eine anderen State via Interstate-Highway. Weiterfahrt nach Waveland, von dort zum Statepark. Ohne die Wegbeschreibung hätten wir den Park nie gefunden. Der Park ist wunderschön, direkt am Golf gelegen und sehr gepflegt. Wir bekommen noch einen Stellplatz mit Stromanschluss für 13 $. Der Platz ist recht voll durch die vielen Dauercamper ( Snowbirds). Hier muss es sehr viel geregnet haben. Alles trieft vor Nässe. Lassen es uns aber gut gehen. Silvester im Sumpf. Die Nacht verläuft relativ ruhig. Feuerwerkverbot auf dem Platz.

01.01.2003 Fahren weiter und kommen auf der I-10 durch Alabama. Durch Alabama sind es nur ca. 100 Meilen. Sumpfgebiet links und rechts. Entern also Florida. Wegen Neujahr ist das Visitor-Center leider geschlossen. Hinter Milton fahren wir auf den Campground im “Blackwater Statepark”. Suchen uns einen schönen Platz und gehen uns zu Fuß registrieren. 11 $ mit Stromanschluss. Das Wetter ist hier wieder sonnig und warm. Der Platz ist fast leer….Wir gehen am Fluß spazieren. Es gibt Holzsteege und so kann man trockenen Fußes über die feuchten und schlammigen Ufergebiete gehen. Hier soll es Alligatoren, Opossums, Wildkatzen und Giftschlangen geben. Der Blackwater River ist der einzige Fluss auf der Welt, der von der Quelle bis zur Mündung in einem Sandbett verläuft. Er ist sehr braun, fast torfig und fließt sehr schnell. Gegen Abend quaken die Baumfrösche. Am Nachmittag gibt es Kirschkuchen und Kaffee. Zum Abend mal wieder Steaks. Unter unserer Spüle im Wohnmobil steht alles unter Wasser. Das Abflussrohr leckt. Jetzt kommt mein Klebeband zum Einsatz. Ich bekomme alles dicht und es bleibt auch so bis zur Rückgabe. Abends ca. 9:00 Uhr dann der Gigaschreck. Wir haben uns ausgesperrt. Irgendwie ist beim Letzten das Türschloss zugeschnappt. Schlüssel innen auf dem Tisch. Ca. 30 min später mit einem Draht aus einem Kleiderbügel, den wir vom Host bekommen haben und etwas Gewalt das große Panoramafenster am Esstisch aufgehebelt. Edda kletterte hinein und konnte nun von innen öffnen. Tip: Hängt Euch den Schlüssel, es ist übrigens der Einzige, um den Hals.

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02.01.2003 Wir fahren von hier um ca. 8:30 los und wieder auf die I-10 bis kurz hinter Tellahassee. Das Wetter ist gut und je weiter wir nach Süden kommen, umso wärmer wird es. Wir biegen also ab auf Hwy. 19/27 und fahren über Perry bis zum “Manatee Springs Statepark”. Bekommen einen Platz mit Stromanschluss. Sehr sauber. Wir gehen zum Fluss um die Manatee´s zu sehen. Lassen sich aber nicht blicken. Dafür sehen wir große Katzenwelse, Schildkröten und Rabengeier.

03.01.2003 Als Edda heute morgen vom Duschen kam, wurde sie von einer Weiswedel-Hirschkuh bis zum Wohnmobil bekleidet. Die Tiere hier sind alle sehr zahm. Wir fahren also wieder los und kommen nach Chiefland. Dort auf 27, dann auf den I-75 vorbei an Tampa und Fort Mayers. In Bushnell beim Wal-Markt eingekauft. Danach bei Naples auf die 41 und kurz hinter Marco auf den Campground des “Seminole State Park”. Der Platz ist nicht besonders toll und sehr voll. Bekommen aber doch noch einen Platz für 16 $ mit Stromanschluss. Es ist Wochenende, halb Florida ist unterwegs. Genau hinter unserem Standplatz führt die Straße vorbei. Gute Nacht !

04.01.2003 Schon am Morgen wolkenlos und Sonnenschein, aber etwas frisch. Nach dem Frühstück geht es zum Hwy. 41 und wir fahren am oberen Rand des “Everglades National Parks” entlang. Haben einen plattgefahrenen Alligator gesehen. Hier wären noch viele schöne Campgrounds gekommen. Pech ! Im Gebiet von Homestead fahren wir durch große Anbaugebiete für Tomaten, Chili, Mais und sonstigem Gemüse. Wir kommen an Orangenplantagen und Blumenfarmen, Palmen und anderen tropischen Gewächsen vorbei. Vor Homestead gibt es unzählige Gärtnereien. Einfach nur schön. Kurz vor der Einfahrt zum “Everglades NP” sehen wir schon rosafarbene Löffelreiher und Ibise in den Tümpeln stehen. Im Visitor-Center am Parkeingang Info in deutsch erhalten. Fahren nun durch die Everglades zum Flamingo Campground. Nicht viel los hier . Erstaunlich, nach dem letzten überfüllten Platz. Können uns einen Platz aussuchen. Nehmen auf dem Trailerloop Nr. 28 für 2 Nächte, zusammen 28 $. Der Platz ist riesig und die Duschen sind weit weg. Wir haben keinen Stromanschluss und die Duschen sind auch nur kalt. Sonst ist der Platz topp gepflegt und sehr ruhig. Hier werden wir uns erholen !

05.01.2003 Morgens gemütlich gefrühstückt mit aufgebackenen Hörnchen und Brötchen. Danach Spaziergang zum Visitor-Center und Bootsanleger. Im Kleinen Hafen tummelten sich 3 Manatees. Die Sonne scheint, es ist herrlich hier. Nachmittags in der Sonne gesessen und gelesen. Gegen Abend kleiner Rundgang um den Platz. Abends Romme gespielt.

06.01.2003 Spät gefrühstückt und dann ganz gemütlich Richtung “Long Pine Campground” gefahren. Unterwegs noch einen Zwischenstop an einem Aussichtspunkt eingelegt. Über einen Plankenweg kann man ein Stück in den Mangrovensumpf gehen. Man kann noch deutlich die Zerstörungen vom Hurrikan “Andrew” sehen, der 1992 eine 10 km breite Schneise durch die Everglades geschlagen hat. Auch der Plankenweg auf dem wir stehen war restlos zerstört worden. Auf dem Long Pine Campground bekommen wir einen tollen Platz direkt am See für 14 $. Die Sonne scheint und es ist sehr warm. Bei einem Rundgang um den kleinen See entdecken wir einen Alligator, der sich am Ufer sonnt. Zum Mittag gibt es mal wieder mexikanische Würstchen. Mit Tränen in den Augen denke ich an später. Ihr wisst schon, sauscharf. Mittags gesonnt und gelesen.

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07.01.2003 Morgens schon voll die Sonne. Vom Campground fahren wir auf die 1, kommen durch Miami und dann auf die 95 an Fort Lauderdale und Boca Raton vorbei nach Sebastian. Wollen dort zum “Sebastian Inlet State Park”. Campground aber leider voll. Über das gesamte Inlet gefahren und in Melbourne wieder auf das Festland gekommen. Hier haben die Betuchten ihre Villen. Fahren nach Titusville auf den KOA für 2 Nächte, zusammen 56 $ bezahlt.

08.01.2003 Heute fahren wir ins “Kennedy-Space Center” auf Cap Canaveral. Es ist sonnig, aber recht kühl heute. Beim Eingang scharfe Sicherheitskontrollen, wie am Flughafen. Hier gibt es alles über das amerikanische Raumfahrtprogramm zu sehen. Abgetakelte echte Astronauten halten Vorträge. Sehr interessant ! Aber bringt Euch Essen und Trinken mit. Die Preise hier sind astronomisch. Hotdog 10 $. An der Startrampe sehen wir die letzte Spaceshuttle der NASA. Diese startet ca. 2 Wochen später und verglühte bei der Rückkehr über Texas. Alle Astronauten verloren ihr Leben.

09.01.2003 Gegen 10:00 Uhr vom Koa abgefahren. Ab Titusville auf Hwy. 50 nach Orlando. Das Wetter ist wieder wunderbar und es ist wieder wärmer geworden. Fahren auf der I-4 bis zum Vermieter El Monte. Holen uns einen neuen, kostenlosen Abwasserschlauch. Der Alte war hin. Sagten auch gleich bescheid, das wir schon um 8:00 Uhr am nächsten Tag das Wohnmobil abgeben müssen, wegen des frühen Abfluges nach Atlanta. Auf Empfehlung von El Monte fahren wir noch 15 Meilen zum “Tropical Palm RV Resort”. Nehmen einen Full-Hook-UP für 32 $. Der Platz ist riesig, 500 Plätze und Kottages. Sehr schön angelegt. In der Nähe ist ein Vergnügungspark im “Old Town Stil”. Wir schauen uns alles in aller Ruhe an. Bei “Pizza Hut” gegessen. Danach zurück auf den Platz, etwas geruht. Danach packen und Wohnmobil innen etwas säubern.

10.01.2003 Um 7:00 Uhr Abfahrt, um 7:30 Uhr schon bei El Monte und sofort das Wohnmobil übergeben. Alles o.K.. Taxi ist um 8:00 Uhr auch schon da. Ab geht es zum Airport. Einchecken, u.s.w.. Heimflug mit Zwischenlandung in Atlanta.

11.01.2003 Um 10:50 Uhr landet unser Flieger in Frankfurt. Müde ! Lausig kalt in Deutschland ! Unser vorbestelltes Taxi wartet auch schon auf uns. Planung ist alles. Wieder daheim. Wieder die typische deutsche Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr. Wieder alles eng, eng, eng. Oh, wie wir doch die Freiheit und Größe in Amerika lieben. Amerika wir kommen wieder !!!!!……

Fazit: Mit Abstechern u.s.w. sind es nun doch über 5800 km geworden, die wir in diesem interessanten und abwechslungsreichen Land zurückgelegt haben. Diese Reise können wir nur Leuten empfehlen, die gerne jeden Tag viele Kilometer abschruppen wollen, Erholung gleich Null. Um aber einen Überblick von den USA zu bekommen ist es genau das Richtige. Man kann ja dorthin zurückkehren wo es einem gefallen hat und dann lokal die Gegend erkunden.

Edda, Hans und Sebastian…

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